Medien und digitale Dienste spielen eine zentrale Rolle im Alltag vieler Menschen: Sie bestimmen, wie wir kommunizieren, welche Informationen uns zur Verfügung stehen und wie wir uns in einer zunehmend digitalen Welt orientieren. Die deutsche Medienlandschaft verändert sich dabei rasant – doch wie genau sehen diese Veränderungen aus, wer treibt sie an und was bedeutet das für Medienvielfalt und demokratische Öffentlichkeit?

Unser Ziel war es, ein möglichst klares Bild davon zu bekommen, wie die deutsche Medien‐ und Internetwirtschaft heute strukturiert ist und welche wirtschaftlichen und technologischen Kräfte sie antreiben. Was dabei sichtbar wird, ist hoch relevant: Die digitale Transformation verschiebt Machtverhältnisse grundlegend. Einige globale Plattformunternehmen bestimmen inzwischen, wie Informationen gefunden, verbreitet und monetarisiert werden. Diese Entwicklung hat direkte Folgen für Medienvielfalt, Wettbewerb und demokratische Teilhabe. Der Report zeigt, wo Konzentration besonders stark ist, wie sie sich entwickelt – und warum diese Trends jede und jeden betreffen, der täglich digitale Dienste nutzt.
Ergebnisse
Märkte werden bereits heute von einigen wenigen Unternehmen geprägt und das hat Folgen für die Medienvielfalt. Zwischen klassischem Fernsehen, Online‐Video, telefonischer Kommunikation, Suchmaschinen und sozialen Netzwerken verschwimmen die Grenzen immer mehr. Gleichzeitig steigen die Umsätze im digitalen Bereich stark, während traditionelle Medien wie Zeitungen und Zeitschriften weiter an Bedeutung verlieren. Zwischen 2019 und 2023 sind die gesamten Umsätze im Medienbereich in Deutschland deutlich gestiegen, vor allem durch digitale Dienste wie Online‐Video, mobile Browser und Internetwerbung. Gleichzeitig verlieren klassische Medien wie Zeitungen und Zeitschriften weiter an Reichweite und wirtschaftlicher Bedeutung. Dieser Rückgang wird aber vom Digitalbereich überkompensiert. Besonders konzentriert sind die Telekommunikation und zentrale Internetdienste, in denen einzelne globale Plattformen wie Alphabet, Meta und Amazon fast den gesamten Markt kontrollieren. Insgesamt zeigt sich ein deutlicher Strukturwandel hin zu plattformdominierten Informations‐ und Kommunikationssystemen.
Zentrale Erkenntnisse
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Digitale Dienste wachsen stark, während traditionelle Medien weiter zurückgehen.
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Telekommunikation und Kernanwendungen des Internets gehören zu den am stärksten konzentrierten Märkten.
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Alphabet, Meta und Amazon prägen zentrale digitale Bereiche fast vollständig.
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Digitale Werbung ist einer der größten Wachstumstreiber im Medienmarkt.
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Die deutsche Medienökonomie befindet sich in einem tiefgreifenden digitalen Umbruch.
Relevanz
oder: Warum das alle etwas angehtDie Ergebnisse zeigen, dass Medien und digitale Plattformen nicht nur Wirtschaftsbereiche sind, sondern grundlegende Infrastruktur für Information, Kultur und öffentliche Debatten. Für Menschen im Alltag bedeutet das: Die Informationswelt erscheint vielfältig, ist aber im Hintergrund oft von denselben großen Plattformen abhängig. Egal ob jemand Videos streamt, Musik hört, Nachrichten liest oder soziale Netzwerke nutzt – meist laufen diese Dienste über Systeme, die von wenigen Konzernen bereitgestellt werden. Das kann die Auswahlmöglichkeiten einschränken, die Sichtbarkeit bestimmter Inhalte beeinflussen und kleinere Medienunternehmen unter Druck setzen.
Besonders relevant wird das, wenn man sich fragt: Wie sollen demokratische Gesellschaften funktionieren, wenn zentrale Bereiche der öffentlichen Kommunikation in hochkonzentrierten Märkten stattfinden? Wenn etwa Suchmaschinen, soziale Netzwerke und App-Stores jeweils von einem einzigen Konzern dominiert werden, hat das unmittelbare Auswirkungen auf Meinungsvielfalt und Zugang zu Informationen.
Ein weiteres Beispiel: In der Telekommunikation kontrollieren zwei große Anbieter mehr als die Hälfte des Marktes. Das betrifft alle, die telefonieren, das Internet nutzen oder einen Mobilfunkvertrag abschließen. Hohe Konzentration auf diesen Märkten kann dazu führen, dass Preise steigen oder Innovationen langsamer vorankommen.
Zitate & Grafiken
Hendrik Theine zur rasanten Veränderungen der deutschen Medienlandschaft
“Digitale Plattformen ordnen die deutsche Medienlandschaft grundlegend neu – mit weitreichenden Folgen für Vielfalt und demokratische Öffentlichkeit.”
Hendrik Theine zur Konzentration digitaler Medienmärkte
“In einigen digitalen Medienmärkten laufen über 80 oder 90 Prozent der Umsätze über nur zwei Unternehmen.”


Politikempfehlungen und Denkanstöße
1. Stärkere Regulierung und Aufsicht
Digitale Plattformen wie Suchmaschinen, App-Stores oder soziale Netzwerke kontrollieren heute zentrale Zugänge zu Informationen. Eine stärkere Regulierung über zentrale digitale Plattformmärkte kann verhindern, dass einzelne Unternehmen ihre Marktmacht ausnutzen und Wettbewerb oder Vielfalt einschränken.
2. Förderung vielfältiger Medienangebote
Lokale und unabhängige Medien sind wichtig für demokratischen Austausch, stehen aber wirtschaftlich unter Druck. Öffentliche Förderung oder neue Finanzierungsmodelle können helfen, diese Angebote zu stabilisieren und Vielfalt zu sichern.
3. Transparente Regeln
Digitale Werbung ist einer der größten Wachstumstreiber, jedoch oft intransparent und stark von Plattformen kontrolliert. Klare Regeln für digitale Werbung, Datennutzung und Marktstrukturen können sicherstellen, dass Daten fair genutzt werden und kleinere Anbieter nicht benachteiligt werden.
4. Systematische Medienmarktbeobachtung
Regelmäßige Datenerhebung und Analyse helfen zu erkennen, wann Märkte kippen und Vielfalt gefährdet ist. Eine solche Beobachtung ermöglicht frühzeitiges Eingreifen, bevor einzelne Unternehmen dominierende Positionen ausbauen.
